Christoph Marthalers neue Kreation „Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend“ ist im musikalischen Zentrum den aus Prag und Wien vertriebenen Komponisten wie Pavel Haas, Viktor Ullmann, Alexandre Tansman, Józef Koffler, Erwin Schulhoff, Szymon Laks und Fritz Kreisler gewidmet. Sie wurden deportiert, ermordet oder gingen in die Emigration. Viele der Kompositionen sind im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden, teilweise sind sie Fragmente geblieben…
Die Needcompany ist ein 1986 von Jan Lauwers und Grace Ellen Barkey gegründetes internationales Kollektiv eigenwilliger Theatermacher*innen und Performer*innen mit Sitz in Brüssel. Es gehörte bereits in den frühen 1980er Jahren zur Avantgarde Flanderns, die einen radikalen Wandel in den Künsten ausgelöst hat. Lauwers’ Hintergrund als bildender Künstler prägte sehr stark seine Herangehensweise an das Theater und führte zu einer höchst individuellen und in vielerlei Hinsicht bahnbrechenden Ausdrucksweise, die das Theater und seine Bedeutung untersucht.
Wir sind Jugendliche aus dem Ruhrgebiet im Alter von 17-20 Jahren, in Deutschland geboren, nach Deutschland geflüchtet oder immigriert. Seit 2015 machen wir als Nachwuchswuchskünstler*innenkollektiv der Jungen Triennale eigene Projekte. Wir wollen etwas bewegen. Wir wollen zeigen, wie es ist jung zu sein: Verrückt. Frei. Verwirrt – von der Gesellschaft, unseren Eltern, von uns selbst…
Im Zentrum der Aufführung steht György Ligetis Requiem aus dem Jahr 1965. Von der klassischen Form wählte der Komponist nur die Teile, die der Trauer und dem Zorn gewidmet sind. Kornél Mundruczó, ungarischer Film und Theaterregisseur, dessen verstörend realistische Erzählweise ihn international berühmt machte und der im vergangenen Jahr Hans Werner Henzes Oratorium Das Floß der Medusa für die Ruhrtriennale szenisch befragte, stellt mit diesem gewaltigen Werk das Thema der Wiederholung ins Zentrum seiner Auseinandersetzung…
Für die Ruhrtriennale baut der 1973 in Buenos Aires geborene Filmregisseur, Theatermacher und Schriftsteller Mariano Pensotti, der seine Texte stets selbst inszeniert, in die Kraftzentrale in Duisburg eine begehbares Modell von Diamante. Diamante ist ein besonderer Ort, eine Stadt im Privatbesitz eines Unternehmens wie es sie nicht nur in Lateinamerika gibt. 24.8. – 2.9.2018, Kraftzentrale, Duisburg.
„Für den Fall, dass es mir nicht gelingen sollte, dieses Werk zu vollenden, findet sich vielleicht jemand anderes, der den Versuch unternimmt, meine Gedanken auszuarbeiten. Es könnte sein, dass die von mir erstellten Skizzen viel mehr Sinn ergeben, wenn man sie aus der Perspektive von jemandem betrachtet, der nicht ich selbst bin.“ (Charles Ives)
Ich arbeite eng mit Regisseuren, Kostümbildnern, Produzenten und Schauspielern/ Sängern/ Tänzern zusammen, um das gewünschte Aussehen für jeden Charakter zu konzeptionieren und zu definieren.
Mein Team und ich müssen auf dieser Basis in der Lage sein, verschiedene Make-up- und Haar-Techniken anzuwenden, um das gewünschte Aussehen zu erreichen.
Ich übernehme das Budget- und Personalmanagement des Maskenbildnerteams.
Dabei stelle ich sicher, dass Ressourcen und Budget effektiv genutzt werden und überwache Qualität und Arbeitszeiten des Teams.
Zudem sorge ich für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und Hygiene für die Verwendung von Maskenbildnerprodukten.
Maskenbildner und Darsteller müssen persönlich gut miteinander harmonieren. Die richtige Zusammenstellung des Teams beflügelt Vorbereitung und Anwendung von Make-up und Haaren.
Angefangen vom künstlerischen Konzept bis zur fertigen Umsetzung kreiere ich Masken und Maskenteile, perfekt abgestimmt auf die jeweiligen Erfordernisse.
Ich entwerfe und realisiere Make-up- und Frisurenstile, welche die Persönlichkeit und die Merkmale des Charakters unterstreichen und insbesondere auf der Bühne eine bestmögliche Wirkung entfalten.
Mit großem Wissen über Stile und Umsetzungsformen entwerfe und realisiere ich perfekt abgestimmte Perücken und Haarteile.
2018 steht wieder ein Wechsel in der künstlerischen Leitung des Festivals an. Wie stets ist dieser mit dem programmatischen Anspruch auf Erneuerung verbunden. Berufen ist die Dramaturgin Stefanie Carp und als Artiste associé Regisseur Christoph Marthaler. Stefanie Carp bezeichnet das »Heute« als eine »Zwischenzeit«. Eine Zeit, die geprägt ist von Millionen migrierender Menschen und globalen Verteilungs- und Klimakriegen.
Für ihr Programm lädt sie international ein: Künstler:innen vom afrikanischen und südamerikanischen Kontinent, aus Asien, Europa und Nordamerika. Den Anfang macht die Inszenierung The Head and The Load des Südafrikaners William Kentridge, der sich in seiner künstlerischen Praxis mit der Historie seines Landes beschäftigt. Die Inszenierung wirft Fragen auf: Wer darf wessen Geschichte erzählen und wer darf auf der Bühne stehen? Die Uraufführung Universe, incomplete der unvollendeten Universe Symphony von Charles Ives ist ein Meisterwerk aus dem Marthaler-Viebrock-Kosmos. Titus Engel dirigiert die Bochumer Symphoniker in der Bochumer Jahrhunderthalle. In dieser Saison prägen viele Choreograf:innen das Programm: Darunter die Tänzerin und Aktivistin Mamela Nyamza mit Black Privilege, der Choreograf Serge Aimé Coulibaly mit Kirina und Exodos / EΞΟΔΟΣ von Sascha Waltz. Großformatig ist auch Diamante: Dies ist der Name einer Arbeiter:innensiedlung im argentinischen Dschungel. Der Autor und Regisseur Mariano Pensotti errichtet in der Duisburger Kraftzentrale eine gleichnamige theatrale Siedlung. Was vormals die Werksiedlung im Ruhrgebiet war ist die private City des 21. Jahrhunderts. Schutzraum oder Überwachungsraum?
In ihrer ersten Saison löst Stefanie Carp auch weit beachtete Diskussionen aus. Zentral ist die Debatte um die Band Young Fathers und deren Verbindung zur BDS-Bewegung. Im Zuge dessen lädt das Festival zur Podiumsdiskussion »Freiheit der Künste« ein. Es geht um das Spannungsverhältnis von Meinungsfreiheit und Freiheit der Kunst und um persönliche und gesellschaftliche Verantwortung im Kontext der deutschen Geschichte. Die Meinungen gehen weit auseinander, und es bleibt offen, ob eine Verständigung möglich sein wird.
Quelle: RUHRTRIENNALE