„Es ist die Geschichte eines Paares, das seit Jahren verheiratet ist. Sie haben zwei Kinder im Teenageralter. Und eines Morgens in einem der ersten Songs verlässt die Frau einfach das Haus. Sie schließt die Tür mit einem einzigen Wort: ‚Goodbye‘. Keine Erklärung, kein Streit, kein Konflikt, kein Seitensprung. Sie geht, weil sie dort nicht mehr glücklich ist. Und das war mein Ausgangspunkt.“ – Ivo Van Hove. Frank Sinatras Konzeptalbum Watertown erzählt die Geschichte einer Trennung in einer amerikanischen Kleinstadt und vom Ende des kleinen Glücks aus der Perspektive des Mannes. In Ivo Van Hoves Kreation I Did It My Way hat die Frau eine Stimme. Sie spricht durch die Lieder von Nina Simone. Denn der Grund für die Trennung liegt nicht so sehr in persönlichen Differenzen, sondern in sozialen und politischen Schieflagen begründet. Der Mann bleibt im gemeinsamen Haus zurück und verliert sich im Trennungsschmerz. Die Frau geht in die große Welt hinaus und stellt sich den politischen Dimensionen ihrer Identität und der sozialen Position als Schwarze Frau. Während sie ihr neues Leben zu navigieren lernt, lebt der Mann in der Vergangenheit. Die Lieder von Frank Sinatra und Nina Simone geben Einblick in den Gefühlsprozess der beiden Figuren und ihre Beziehung, die sie sich Stück für Stück wieder erkämpfen.
Alan Turing trug maßgeblich dazu bei, den Zweiten Weltkrieg zu beenden, indem er den Enigma Code knackte. Oracle setzt hier an und verfolgt die Nachklänge in eine Gegenwart, geprägt von KI, sich verschiebenden Realitäten und der Frage, was uns zu Maschinen hinzieht. In verschachtelten Zeitebenen erscheint Turing in Momentaufnahmen – beim Bau von Maschinen, in der Erinnerung an seinen Freund Christopher – während in einem anderen Strang Blake Lemoine, ein Google-Ingenieur, behauptet, eine KI habe ein Bewusstsein entwickelt. Der erste Teil führt zum Knacken des Codes; im zweiten verändert sich die Welt – Wände verschwinden, Zeit verzerrt sich, seltsame Gestalten treten hervor. In Oracle verbinden sich Geschichte und Spekulation zu einem Raum, in dem sich Technologie und Erinnerung auf unerwartete Weise begegnen.
Guernica neu
interpretiert: Über
Kunst, Krieg und
das Zusehen
Die FC Bergman-Mitglieder Stef Aerts, Marie Vinck und Thomas Verstraeten reflektieren über ihr von Pablo Picassos Guernica inspiriertes Stück. Sie untersuchen, wie Künstler:innen auf Krieg reagieren können und betrachten die sich wandelnden Rollen von Täter:innen und Opfern ebenso wie den unbehaglichen Blick derjenigen, die zusehen
An einem Ort namens Zukunft sitzt Kassandra irgendwo zwischen Kommandozentrale und Überbleibseln einer Zivilisation. Ein ‚Lost Place‘ inmitten von Erinnerungsfotos, Gegenständen aus der Vergangenheit – einer Zeit, die einmal war. Die stille Wächterin der Maschinen blickt nach draußen. Überall verstreut, kaum zu sehen im dichten Nebel, liegen Trümmer, Müll und überwucherte Reste. Aus ihnen erblüht neues Leben, neue Farben. Dieser Ort hat etwas Verlassenes an sich, eine Normalität gibt es hier nicht, nicht mehr. Kassandra, als Irre verspottet, weil ihre Visionen und Wahrnehmung der Realität den Menschen nicht taugen, trauert. Sie trauert in einer endlosen Schleife aus Vergangenem und Sehnsüchten um Yashar, den sie einst kannte. Kassandras Erinnerungen und Zukunftsvisionen fließen ineinander und wecken die Aufmerksamkeit von neun jungen Menschen, die Teil dieser Welt sind. Die Trauer von Kassandra um Yashar wird zum Auslöser für die Wut der Gruppe. Sie finden ihre Stimme, empören sich über den Zustand der Welt, klagen an. Sie trauern um eine Zukunft, die sie nie haben werden. Weinen sie? Sie weinen. Sie weinen! Und befinden sich irgendwo zwischen kollektivem Unmut und der Hoffnung auf Veränderung in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Sie verteidigen ihre Träume – das letzte Eigentum, das ihnen geblieben ist. Nichts ist vorbei, Pragmatismus drängt nach vorne. Raum und Zeit beginnen neu.
LEGENDEerzählt von der Welt des ebenso berühmten wie im Westen nahezu unbekannten Filmregisseurs Sergey Paradjanov. Seine Werke, unter anderem zitiert von Lady Gaga, sind von einer faszinierenden künstlerischen Vielfalt. In seinen Filmen erweckt er Erzählungen und Legenden verschiedenster Herkunft zu neuem Leben.LEGENDE ist keine weitere Biografie eines bedeutenden Künstlers. Serebrennikovs Text arbeitet mit der Bildsprache Paradjanovs und zeigt seine Welt als Projektionsfläche unserer Sehnsüchte. Ihre poetische Verflechtung spricht von Welten der Farben und Bilder und des Ringens um die Einzigartigkeit der Menschen und der verschiedenen Kulturen. Es sind ewige Geschichten von Freiheit und dem Kampf um sie, von Schönheit und vom Sieg des Lebens über den Tod.
Eine Frau. Ihr Weg. Ihre Entscheidungen. Sandra Hüller (Oscar-Nominierung für Anatomie eines Falls) singt und spielt die Hauptrolle und begibt sich dabei auf eine Reise durch extreme emotionale und mentale Landschaften. Sie wird begleitet von dem tanzrevolutionären Künstler:innen-Trio (LA)HORDE, Marine Brutti, Jonathan Debrouwer und Arthur Harel und seinen Tänzer:innen, die auch Madonnas Celebration-Tour mitchoreografiert haben. Wir folgen den Versuchen der Protagonistin, sich selbst zu verwirklichen und soziale Rollen und Erwartungen zu überschreiten. In jeder Begegnung, jeder Beziehung, jeder Stadt erfindet sie sich neu. Mit I Want Absolute Beauty eröffnet Ivo Van Hove die Ruhrtriennale 2024. Diese eindringliche Musiktheaterproduktion zeigt, wie man Hindernisse überwindet, daran wächst und schließlich akzeptiert, dass man das Leben nur so nehmen kann, wie es kommt. Und dass es sich wirklich gut anfühlen kann!
„Wer könnte je vergessen den wonnevollen Ort!“ Bruckner sah die Natur, ganz im Geiste der Romantik, als reinen geistigen Quell der Erneuerung. Sie war ein Ausweg aus den Dämpfen der wachsenden Industriezentren. Doch was sagt der Zustand der Natur über die Menschen im Zeitalter radikaler Klimaveränderungen und Naturkatastrophen aus? Werden sich die nächsten Generationen an diesen entzückenden Ort erinnern, der die Natur einst war? Abendzauber ist eine immersive Installation in der Mischanlage Essen. Regisseur Krystian Lada und Chorwerk Ruhr bringen zwei unterschiedliche Musikstile zusammen, um den drängenden Fragen unserer Zeit nachzugehen. Wie wirkt sich der Einfluss der Menschen auf die Natur aus? Die selten aufgeführten weltlichen Chorwerke von Anton Bruckner werden mit Songs von Björk kombiniert. Der isländischen Künstlerin gelingt es mühelos, avantgardistische und Popmusik-Elemente zu verbinden. Caroline Shaw und Marc Schmolling haben die Songs von Björk eigens für Chorwerk Ruhr arrangiert. Eine Produktion von Ruhrtriennale und Chorwerk Ruhr. Mit freundlicher Unterstützung der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale e. V.
Ich arbeite eng mit Regisseuren, Kostümbildnern, Produzenten und Schauspielern/ Sängern/ Tänzern zusammen, um das gewünschte Aussehen für jeden Charakter zu konzeptionieren und zu definieren.
Mein Team und ich müssen auf dieser Basis in der Lage sein, verschiedene Make-up- und Haar-Techniken anzuwenden, um das gewünschte Aussehen zu erreichen.
Ich übernehme das Budget- und Personalmanagement des Maskenbildnerteams.
Dabei stelle ich sicher, dass Ressourcen und Budget effektiv genutzt werden und überwache Qualität und Arbeitszeiten des Teams.
Zudem sorge ich für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und Hygiene für die Verwendung von Maskenbildnerprodukten.
Maskenbildner und Darsteller müssen persönlich gut miteinander harmonieren. Die richtige Zusammenstellung des Teams beflügelt Vorbereitung und Anwendung von Make-up und Haaren.
Angefangen vom künstlerischen Konzept bis zur fertigen Umsetzung kreiere ich Masken und Maskenteile, perfekt abgestimmt auf die jeweiligen Erfordernisse.
Ich entwerfe und realisiere Make-up- und Frisurenstile, welche die Persönlichkeit und die Merkmale des Charakters unterstreichen und insbesondere auf der Bühne eine bestmögliche Wirkung entfalten.
Mit großem Wissen über Stile und Umsetzungsformen entwerfe und realisiere ich perfekt abgestimmte Perücken und Haarteile.
Ivo van Hove ist seit dem 1. November 2023 künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale und verantwortet den Festivalzyklus von 2024 bis 2026. Mit dem Motto „Longing for Tomorrow“ richtet er den Blick auf eine Welt im Wandel und stellt Fragen nach Identität, Gewalt, Krieg und Hoffnung. Dabei ist es ihm ein zentrales Anliegen, dass die künstlerische Auseinandersetzung nicht in Dystopie verharrt, sondern immer auch Hoffnung vermittelt. In seiner programmatischen Ausrichtung betont van Hove die Bedeutung von Verbundenheit in einer Zeit zunehmender Spannungen und sieht das Theater als Medium, um gesellschaftliche Veränderung erfahrbar zu machen. Besonders im Bereich des Musiktheaters strebt er eine neue Form an, in der Musik nicht nur begleitendes Element, sondern erzählerischer Kern ist. Mit rund 140 Veranstaltungen an Spielorten in Bochum, Essen und Duisburg wurde die Ruhrtriennale 2024 als Auftakt seiner Intendanz erfolgreich umgesetzt. Van Hove selbst beschreibt das Konzept, das Festival wieder verstärkt als gemeinschaftliches Ereignis zu begreifen, als vollen Erfolg. Seine künstlerische Handschrift verbindet eine klare inhaltliche Haltung mit einer Offenheit für hybride Formen aus Schauspiel, Tanz, Musiktheater und Installation – stets mit dem Ziel, die traditionsreichen Spielstätten des Ruhrgebiets neu zu beleben und sinnstiftend zu bespielen.